ZimmerMeisterHaus-Herbsttreffen 2014

Rund 140 Teilnehmer haben am diesjährigen Herbsttreffen der ZimmerMeisterHaus-Gruppe in Überlingen teilgenommen. Sie erwartete wie immer ein interessantes Vortragsprogramm und ein Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr, in dem die Gruppe laut Geschäftsführer Wilhelm Bauer ein „gezieltes und gesundes Wachstum“ zu verzeichnen hatte. Im Bild ZimmerMeisterHaus-Präsident Robert Bergmüller bei der Begrüßung.

Aktiv die Zukunft gestalten

(Überlingen) Rund 140 Teilnehmer haben am diesjährigen Herbsttreffen der ZimmerMeisterHaus-Gruppe in Überlingen teilgenommen. Sie erwartete wie immer ein interessantes Vortragsprogramm und ein Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr, in dem die Gruppe  laut Geschäftsführer Wilhelm Bauer ein „gezieltes und gesundes Wachstum“ zu verzeichnen hatte. Derzeit zählt sie – nach sieben Neuzugängen in 2014 – 99 Manufakturen. Hinzu kommen 29 Markpartner aus dem Zulieferbereich, wo man in diesem Jahr fünf neue Mitglieder gewinnen konnte.
Schon am Vortag zum eigentlichen Mitgliedertreffen hatte die Veranstaltung mit einem Seminar begonnen, in dem Energieberater Dipl.-Ing. (FH) Friedhelm Maßong die Teilnehmer die Grundzüge einer teilweise unübersichtlichen EnEV 2014 erläuterte. Selbst in Baubehörden herrscht über Details der neuen Verordnung teilweise Unklarheit. Umso wichtiger, dass der Referent den Seminarteilnehmern diese Details in einem gut strukturierten Vortrag vermittelte und ihnen seine Ausführungen als übersichtliches Handout zur Verfügung stellte. So haben sie eine solide Grundlage für Entscheidungen auf der Baustelle, die sie unter Umständen später bei einer Auseinandersetzung mit dem Bauherrn rechtfertigen müssen.

Besonderer Fallstrick für Praktiker: Die EnEV 2014 erlegt Bauherren deutlich weniger energetische Optimierungszwänge bei Sanierungen auf. Wer zum Beispiel die Dämmung des Dachs im Zuge einer Dachumdeckung gegenüber dem Bauherrn mit der EnEV begründet, dürfte später vor Gericht einen schweren Stand haben. Ebenfalls bemerkenswert: Allein durch einen professionellen Einzelnachweis der Wärmebrücken lässt sich bei vielen Bauprojekten – insbesondere im Holzbau – ein deutlich besserer Wert für den spezifischen Transmissionswärmeverlust und damit unter Umständen eine bessere KfW-Förderstufe erreichen.

Auch politisch Flagge zeigen

ZimmerMeisterHaus-Präsident Robert Bergmüller nahm diesen Faden in seiner Eröffnungsrede zum Herbsttreffen auf und kritisierte an der EnEV 2014, dass sie mehr Verwirrung als Klarheit geschaffen habe: „Es bleibt nur zu hoffen, dass die KfW in diesem Durcheinander einen roten Faden findet und für Klarheit sorgt.“ Außerdem verlieh Bergmüller seiner Enttäuschung darüber Ausdruck, dass die Energiewende inzwischen von den Stromkonzernen vereinnahmt sei: „So steht die Energieerzeugung im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Diskussion, während die Energieeinsparung, also auch die Energieoptimierung bestehender Gebäude, von untergeordneter Bedeutung ist.“ – Eine Entwicklung, die für viele Bauunternehmen bereits als Auftragsrückgang im Sanierungsbereich spürbar wurde. Für die ZimmerMeisterHaus-Manufakturen zog Robert Bergmüller dennoch eine positive Jahresbilanz: „Wir sind angesichts eines schlechten Winters mit einem starken Frühjahr gestartet, und seither sind die Auftragsbücher der Manufakturen prall gefüllt – unter anderem wegen der niedrigen Zinsen, auch wenn deren Sinn vielleicht fraglich ist.“ Auch andere Entscheidungen der Politik, die nachhaltige Auswirkungen auf die Manufakturen haben, kann Bergmüller nur schwer nachvollziehen: Von der Mietpreisbremse, die vielleicht in erster Linie Investoren ausbremst, über die Infragestellung des Meistertitels bis hin zu einer Bildungspolitik, die Lehrberufe tendenziell benachteiligt. „Aktuell gibt es eine lange Liste neuer Schall- und Brandschutzanforderungen, die es zu verhandeln und zu gestalten gilt. Hier müssen wir uns einmischen und unsere Positionen klarstellen, auch wenn ZimmerMeisterHaus im engeren Sinne keine Lobby ist.“ Vor diesem Hintergrund begrüßte Bergmüller die Kooperation mit dem DHV, in der die Gruppe ihren Interessen eine Stimme verleihen kann.

Hubert Barth, Vizepräsident von ZimmerMeisterHaus und Geschäftsführer von BauBarth Hausbau

Im Anschluss an die Begrüßung der Teilnehmer durch Robert Bergmüller stellte sich die ZimmerMeisterHaus-Manufaktur BauBarth Hausbau aus Owingen vor, die zum diesjährigen Herbsttreffen geladen und das Programm mitorganisiert hatte. Zu den Besonderheiten diesen Unternehmens gehört, dass es sein Vertriebsmodell unter dem Eindruck der besonderen Verhältnisse rund um den Bodensee völlig neu strukturiert hat: Wegen der permanenten Grundstückknappheit hat man in Owingen den Schwerpunkt der eigenen Aktivitäten voll auf die Bauträgertätigkeit gelegt.
80 Prozent der eigenen Projekte fallen unter diese Rubrik, viele davon sind Mehrfamilienhäuser, die man als fertiges Objekt wohnungsweise verkauft. Auch bei seinen Einfamilienhäusern geht das Unternehmen in der Regel diesen Weg. Zu seinen Vorteilen gehört, dass man Baufamilien die beschwerliche Suche nach Bauland abnehmen und durch Standardisierung der Grundrisse Synergieeffekte für das eigene Unternehmen nutzen kann. – Ein Geschäftsmodell, das sich möglicherweise mit Erfolg in urbane Bereiche mit chronischer Grundstückknappheit exportieren ließe.

Die Teilnehmer beim Erfahrungsaustausch
Ausstellung der Marktpartner im Foyer
Die Teilnehmer beim Erfahrungsaustausch Ausstellung der Marktpartner im Foyer

Beim Rahmenprogramm gingen die Tagungsteilnehmer dieses Mal getrennte Wege: Am Freitag Abend mussten sie sich zwischen einem Streifzug durch Überlingen mit einer Schifffahrt plus mediterranem Buffet oder einem Festakt im Tagungshotel entscheiden, mit dem Vizepräsident und Firmeninhaber Hubert Barth unter Anwesenheit von viel lokaler und regionaler Politprominenz das 50-jährige Bestehen seines Unternehmens BauBart Hausbau feierte.

Besichtigung eines Hauses der Firma BauBarth bei der samstäglichen Exkursion

Am Samstag schließlich hatten sie die Wahl zwischen zwei verschiedenen Exkursionsangeboten: Während ein Teil mit Hubert Bart mehrere Bauträgerobjekte im Bodenseeraum besichtigte, fuhr der andere zur Firma Blumer-Lehmann in die Schweiz, wo man unter anderem das Hotel Säntispark besuchte, dessen Erweiterungsbau im Kanton St. Gallen das erste viergeschossige Hotelgebäude in Holzbauweise ist. Wie immer hatten die Teilnehmer am Rande des Herbsttreffens jede Menge Gelegenheiten, sich im persönlichen Gespräch mit Marktpartnern oder Kollegen auszutauschen. – Für viele ein wichtiger Anlass, regelmäßig zu den Treffen zu fahren, weil man mit den ZimmerMeisterHaus-Kollegen nicht im Wettbewerb steht und so mit der Zeit gute Freundschaften quer durch die Republik entstanden sind. Die gemeinsamen Gespräche werden deshalb oft zum wertvollen Informationstransfer, in dem man sich über Erfahrungen mit neuen Trends, Entwicklungen und Technologien austauscht und voneinander profitiert. Dies erlaubt den Manufakturen nicht selten eine schnelle strategische Ausrichtung auf sinnvolle Marktentwicklungen. Weitere Kontaktmöglichkeiten bot eine begleitende Ausstellung, in der verschiedene Marktpartner den ZimmerMeisterHaus-Manufakturen aktuelle Produkte rund um den Holzbau vorstellten und sich über ihre Wünsche nach maßgeschneiderten Neuentwicklungen informierten, mit denen sich ihre Arbeit weiter optimieren ließe.

Weitere Informationen:
Vereinigung ZimmerMeisterHaus, Stauffenbergstr. 20, 
74523 Schwäbisch Hall, Tel. 0800/9640266, www.zmh.com, 
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