Schornsteine

Kaminöfen liegen im Trend. Sie verbreiten Behaglichkeit und machen als Zusatzheizung unabhängiger von Primärenergie wie Öl und Gas. Entsprechend muss der Schornstein dimensioniert sein. Wir sprachen mit Hans-Dieter Kögel, Geschäftsführer der Kögel Schornsteine GmbH, über die technischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Kaminofens.

Schornstein ist nicht gleich Schornstein

Kaminöfen liegen im Trend. Sie verbreiten Behaglichkeit und machen als Zusatzheizung unabhängiger von Primärenergie wie Öl und Gas. Entsprechend muss der Schornstein dimensioniert sein. Wir sprachen mit Hans-Dieter Kögel, Geschäftsführer der Kögel Schornsteine GmbH, über die technischen Voraussetzungen für den Betrieb eines Kaminofens.

Gibt es Trends bezüglich Form und Funktion von Kaminöfen?

ans-Dieter Kögel: Der Trend geht nach wie vor zu kleineren Feuerstätten, da der Platz und der Wärmebedarf im Neubau in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Auch der gemeinsame Betrieb einer Holzfeuerstätte mit einer kontrollierten Wohnraumlüftungsanlage ist immer mehr ein Thema.

Die meisten Öfen stehen an der Wand und sind direkt an den Schornstein angeschlossen. Kann man einen Ofen auch in der Mitte eines Raumes aufstellen? Was muss man beachten?
Hans-Dieter Kögel: Es ist nach der Deutschen Norm nicht vorgesehen, einen Kaminofen mit senkrecht aufgesetztem Schornstein ohne Sohle anzuschließen. Wenn jedoch in der Praxis aus praktischen oder designorientierten Gründen Schornsteine ohne Sohle direkt auf Feuerstätten aufgesetzt werden, kann der/die zuständige Bezirksschornsteinfegermeister/-in unter Einbeziehung der Beteiligten und Einhaltung der zu beachtenden Bedingungen beurteilen, ob die geltenden baurechtlichen und normativen Schutzziele eingehalten werden. Es sind diverse Punkte zu beachten, wie beispielsweise Kugelfang, Regenhaube, Prüföffnung, Reinigung, Kondensatableitung.

Am 1. Januar diesen Jahres trat die Novelle der 1. Bundes­immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) in Kraft, d. h. für Öfen, die mit festen Brennstoffen, wie Holz, befeuert werden, gelten neue Grenzwerte für die Staub- und Kohlenmonoxidemission. Kann man alte Öfen nachrüsten und was muss man beim Kauf eines neuen Ofens beachten?
Hans-Dieter Kögel: Beim neuen Ofen müssen die Grenzwerte der Bundes-Immissionsschutzverordnung Stufe 2, kurz BImSchV eingehalten werden. Der Ofenhersteller muss entsprechende Prüfzeugnisse vorlegen und der zuständige Bezirksschornsteinfeger­meister prüft die Angaben bei der Abnahme der Feuerstätte. Bei alten Öfen ist es etwas komplizierter: Wenn Sie keinen Nachweis über die Einhaltung der Grenzwerte haben, gibt es gewisse Übergangsfristen, wie lange der entsprechende Ofen noch betrieben werden darf. Dann muss die Anlage entweder erneuert oder so nachgerüstet werden, damit die geforderten Werte eingehalten werden. Aufgrund der aktuell anfallenden Kosten wird es aber eher auf den Austausch der Feuerstätte hinauslaufen.

Beim neuen Ofen müssen die Grenzwerte der Bundes-Immissionsschutzverordnung Stufe 2, kurz BImSchV eingehalten werden. Der Ofenhersteller muss entsprechende Prüfzeugnisse vorlegen und der zuständige Bezirksschornsteinfeger­meister prüft die Angaben bei der Abnahme der Feuerstätte.

Ein Kaminofen wird in der Regel als Zusatz­heizung betrieben und benötigt einen eigenen, sprich zusätzlichen Schornstein. Bei Neubauten werden deshalb meistens mehrzügige Schornsteine verwendet. Es gibt aber auch mehr­schalige Schornsteine. Was ist der Unterschied? Und wann wird was verwendet?
Hans-Dieter Kögel: Mehrzügige Schornsteine sind beispielsweise zweizügige Abgasan­lagen. Mehrschalige Schornsteine weisen mehrere Aufbauschichten auf z.B. Mantelstein, Dämmschale und Innenrohr. Mehrschalige Schornsteine können auch mehrzügig sein. An einen Schornsteinzug können auch mehre Kaminöfen angeschlossen werden. Jedoch sollte eine Zentralheizung in der Regel an einem separaten Schornsteinzug angeschlossen werden, hier wird dann ein mehrzügiger Schornstein benötigt.

Schornsteine können aus Keramik, Edelstahl, Leichtbeton etc. sein. Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Materialien? Gibt es Materialien, die für bestimmte Zwecke besonders geeignet sind?
Hans-Dieter Kögel: In der Regel sind Keramikschornsteine für den Feuchtebetrieb bei
Festbrennstoffen geeignet, z.B. bei vielen Pelletöfen. Edelstahl hat eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche und eine hohe Flexibilität für die Realisierung auch bei schwierigen Einbau­situationen. Ebenso ist ein schnelles Erreichen der Betriebstemperatur gegeben. Doppel­wandige Kamine eigenen sich sehr gut für den nachträglichen Aufbau am Gebäude. Leichtbauschachtschornsteine sind für einen nach­träglichen Einbau im Gebäude geeignet. Es gibt weitere Systeme, z.B. aus Polypropylen, das speziell für Brennwertgeräte geeignet ist.

Was versteht man unter einem Schornsteinsystem?
Hans-Dieter Kögel: Ein Schornsteinsystem ist eine Abgasanlage, die rußbrandbeständig ist und wird für Holzbrandkaminöfen und Pellet­öfen benötigt.

Kann man moderne Schornsteinsysteme auch bei der Sanierung verwenden?
Hans-Dieter Kögel: Ja, hier eignen sich besonders gut Edelstahlrohre in Verbindung mit einer Dämmschale.

Welche Möglichkeiten zur Sanierung eines Schornsteins gibt es? Muss man mit Problemen rechnen?
Hans-Dieter Kögel: Es kann sein, dass es zu wenig Platz oder ein Verzug im vorhandenen alten Schornsteinschacht gibt. Hier kommen dann auch ovale oder flexible Systeme zum Einsatz.

Sonderfall denkmalgeschützte Gebäude: Gibt es Schornsteine, die den optischen Anforderungen des Denkmalschutzes genügen?
Hans-Dieter Kögel: Hier kommen oft Leichtbauschachtsysteme oder beispielweise lackierte Edelstahlschornsteine zum Einsatz, auch Ausführungen mit Kupferoberfläche sind möglich.

In der Regel sind Keramikschornsteine für den Feuchtebetrieb bei Festbrennstoffen geeignet, z.B. bei vielen Pelletöfen. Edelstahl hat eine glatte, leicht zu reinigende Oberfläche und eine hohe Flexibilität für die Realisierung auch bei schwierigen Einbau­situationen. Ebenso ist ein schnelles Erreichen der Betriebstemperatur gegeben. Doppel­wandige Kamine eigenen sich sehr gut für den nachträglichen Aufbau am Gebäude. Leichtbauschachtschornsteine sind für einen nach­träglichen Einbau im Gebäude geeignet. Es gibt weitere Systeme, z.B. aus Polypropylen, das speziell für Brennwertgeräte geeignet ist.

In Mehrfamilienhäusern wird bei der Sanierung häufig ein unbenutzter Schornstein zur Unterbringung von beispielsweise Gasleitungen verwendet. Gibt es eine Möglichkeit, diesen Schornstein so umzurüsten, dass er zusätzlich wieder für den Betrieb eines Kaminofens geeignet ist?
Hans-Dieter Kögel: Gasleitungen dürfen nicht im gleichen Schacht wie Schornsteine installiert werden. Der vorhandene Schacht muss L90 Anforderungen genügen. Eine Prüfung durch den/die zuständige Bezirksschornsteinfegermeister/-in ist erforderlich.   

Wie funktioniert eine Rauchgasabsaugung im Schornstein? Wann ist sie sinnvoll?
Hans-Dieter Kögel: In der Regel wird hier ein elektrisch betriebenes Rauchgaszug­ge­­bläse auf den Schornsteinkopf gesetzt. Dies ist sinnvoll, um einen zu geringen Schornsteinzug zu erhöhen.

Wie lange ist die Lebensdauer eines Schornsteins? Gibt es materialbedingte Unterschiede?
Hans-Dieter Kögel: Die Lebensdauer ist ab­hängig von vielen Faktoren wie z. B. der Qualität der Installation, der Abstimmung zwischen Gerät und Schornstein oder dem
richtigem Betrieb der Feuerstätte.

Welches Zubehör, wie Abdeckungen etc., ist empfehlenswert?
Hans-Dieter Kögel: Es gibt Aufsätze gegen reindrückende Winde oder gegen eindringendes Regenwasser. Auch gibt es zugverstärkende Aufsätze. Im Heizungsbereich werden oft Zugregler eingesetzt, um den optimalen Betrieb zu gewährleisten.

Was versteht man unter dem raumluftunabhängigen Betrieb einer Feuerstätte? Wann ist er vorgeschrieben?
Hans-Dieter Kögel: Beim raumluftunabhängigen Betrieb wird die Verbrennungsluft über Kanäle von außen zugeführt. Diese Betriebsweise empfiehlt sich oft bei sehr luftdicht gebauten Häusern oder bei gleichzeitigem Betrieb mit Dunstabzugshauben und/oder Lüftungsanlagen. Es empfiehlt sich, die Installation vorher mit dem/der Bezirksschornsteinfegermeister/-in abzuklären.

Herr Kögel, wir bedanken uns für das informative Gespräch.

Hans-Dieter Kögel und sein Team beraten kompetent zu allen Fragen rund um den Schornstein und Kaminofen. Im Kögel Feuerland kann man sich Kaminöfen vorführen lassen. Informationen: www.koegel-schornsteine.de
Unser Interviewpartner:
Hans-Dieter Kögel und sein Team beraten kompetent zu allen Fragen rund um den Schornstein und Kaminofen. Im Kögel Feuerland kann man sich Kaminöfen vorführen lassen. Informationen: www.koegel-schornsteine.de



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